Die schonende und minimalinvasive Chirurgie
Kieferchirurgie

Stuttgart-Mitte  0711 2264971
Dr. Dott. Thomas Mayer
Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie

Schmerzausschaltung

Jeder Patient hat einen Anspruch auf schmerzfreie Behandlung. Dies bedeutet, dass alle schmerzlindernden Maßnahmen, die die medizinische Wissenschaft bereitstellt, bei jedem Patienten zur Anwendung kommen.
Allerdings gibt es auch andere Unannehmlichkeiten bei chirurgischen Maßnahmen als Schmerz. Da gibt es Missempfindungen wie Druck oder Vibrationen, Geräusche durch Bohren, Schaben, Kratzen. Oder einfach nur das peinsame Gefühl, arbeitende Chirurgen über sich gebeugt zu sehen.
Auch hier stellt die medizinische Wissenschaft Methoden bereit, dies zu lindern oder ganz vermeiden. Allerdings kommt die Solidargemeinschaft unter Umständen nicht dafür auf. Zur Bekämpfung von Schmerzen und Missempfindungen können wir Ihnen folgende Methoden zur Verfügung stellen:

 

 

 

Lokalanästhesie

Die Lokalanästhesie stellt sicher, dass keinerlei Schmerzreiz aus dem Operationsgebiet heraus zum Gehirn dringen kann. Dazu gelangt über eine feine Spritzenkanüle ein Mittel ins Gewebe, das die örtlichen Nervenbahnen blockiert, sodass keinerlei Schmerzinformation aus dem Operationsgebiet weitergeleitet werden kann.


Analgosedierung

Dieses zusammengesetzte Wort bedeutet, dass die Schmerzausschaltung (Analgesie) kombiniert wird mit der Beruhigung des Bewusstseinszustandes (Sedierung).
Die Schmerzausschaltung wird durch eine Kombination aus Lokalanästhesie und einem intravenösen Schmerzmittel erzielt.
Die Sedierung erfolgt durch ein wirksames intravenöses Beruhigungsmittel, das das Bewusstsein dämpft, ohne jedoch die Grenze zur Bewusstlosigkeit zu überschreiten. Umgangssprachlich spricht man oft auch von "Dämmerschlaf" oder auch "Teilnarkose"

 

Intubationsnarkose

Umgangssprachlich auch "Vollnarkose": Das Bewusstsein wird hier vollständig ausgeschaltet, die Vitalfunktionen und der Bewusstseinszustand werden von einem Facharzt für Anästhesie überwacht.

Operationen in Narkose führe ich in Zusammenarbeit mit dem Anästhesisten im Chirurgie Centrum Cannstatt durch:

Chirurgie Centrum


Kinderzahnheilkunde in Narkose

Die zahnärztliche Behandlung von Kindern birgt ihre eigenen Risiken und Gefahren. So sind Kinder weniger belastbar und haben wenig Verständnis für die Notwendigkeit einer Behandlung, die mit Missempfindungen, Geduld und längerem Stillhalten einhergehen. Kid
Weiterhin beinhaltet die kindliche Unruhe und Neigung zu unerwarteten, plötzlichen Bewegungen die Gefahr von Verletzungen während der Behandlung.
Auch können schmerzhafte Ereignisse dazu führen, dass langfristig eine "Zahnarztphobie", das heißt, eine fortbestehende Angst vor dem Zahnarzt zurückbleibt.
Deshalb bieten wir die Behandlung von Kindern in Vollnarkose an. So können in einer Sitzung alle notwendigen Maßnahmen wie Extraktionen, Füllungen und Wurzelbehandlungen durchgeführt werden. 

 

Dazu wird zunächst in unserer Praxis ein Untersuchungstermin vereinbart. In Zusammenarbeit mit dem Hauszahnarzt erfolgt eine Planung der erforderlichen Maßnahmen und ein Aufklärungsgespräch mit den Eltern.
Ggf. werden auch die Anträge an die Krankenkassen vorbereitet, wie sie zum Beispiel bei aufwändigen Füllungen erforderlich sind, vorbereitet.

In Einzelfällen kann sich bei besonders empfindlichen Kindern auch diese sorgfältige Untersuchung als schwierig erweisen. Die Untersuchung kann dann in der Narkosesitzung erfolgen, wobei mir als Operateur dann die notwendigen Therapieentscheidungen ohne Rücksprache überlassen werden müssen.

Anschließend wird ein Termin für die Narkosebehandlung vereinbart. Die Behandlung findet durch mich im Chirurgie-Zentrum Bad Cannstatt statt. Die Eltern werden gebeten, sich mit ihrem Kind zu einer Vorbesprechung und Voruntersuchung dort beim Narkosearzt vorzustellen.

Ärzteinfo...

 

 

 

 

 

 

 

Sanierung von Kindergebissen in ITN. Vitalamputation bei Milchzähnen

Indikation der Vitalamputation

-keine oder nur geringe Schmerzen
-keine Schwellung oder Fistel
-keine Lockerung
-keine Osteolyse
-Wurzel zu mindestens 2/3 erhalten
-Restaurierbarkeit
-Milch 5er vor 6er-Durchbruch
-Milch 3er
-keine angeborenen Herzfehler oder Immunsuppression

Vitalamputation

Pulpendach und Kronenpulpa bis zu den Kanaleingängen abtragen
Blutstillung: 15,5%ige Eisen-II-Sulfat-Lsg sollte nach 10-20 Sec die Blutung stillen, sonst ist Wurzelbehandlung indiziert
Abdeckung der Pulpawunde: MTA (Mineraltrioxid)

Wurzelbehandlung und Wurzelfüllung

Gemischte Jodoform-Kalziumhydroxid-Pasten (Magipex, Endomagic, Korea): Antiseptisch, resorbierbar, überstopfbar. Keine Kanalaufbereitung. Bei Milchfronzähnen immer WK

Füllungstherapie bei Milchzähnen

Provisorische Füllungen mit Havard-Zement, falls eine Hauszahnärztliche definitive Füllungstherapie gelant ist. Dies kann sinnvoll sein, wenn lediglich die schmerzhaftere Extraktionstherapie anderer Zähne oder die Wurzelbehandlung in ITN durchgeführt werden soll.

Langzeitprovisorische Füllungen mit Ketac

Definitive Füllungen mit Composit, Säure-ätz-Technik

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Lokalanästhesie, Analgosedierung oder Intubationsnarkose?

Seit Januar 2007 wurde gesetzlich präzisiert, wann eine Intubationsnarkose zu Lasten der GKV verordnet werden kann. Man hat sich hierbei im Wesentlichen nach dem Kriterium der Notwendigkeit zu richten.
Die Notwendigkeit der Narkose ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen Umfang des Eingriffes und Belastbarkeit des Patienten. Sollte die Indikation zur Narkose nur unter Annahme einer extrem eingeschränkten Belastbarkeit möglich sein, muss diese durch den entsprechenden Facharzt bestätigt werden.
Für die Beurteilung des Umfanges des Eingriffes wird die Entfernung von vier Weisheitszähnen in einer Sitzung als Beispiel angeführt. Dieser Eingriff rechtfertigt die Intubationsnarkose bereits bei normaler oder geringfügig eingeschränkter Belastbarkeit.
Die Indikation zur Analgosedierung wird in entsprechender Weise zur Lokalanästhesie durch Beurteilung der Schwere des Eingriffes und der Patientenbelastbarkeit abgegrenzt. Die Entscheidung zwischen Analgosedierung und Intubationsnarkose folgt im Wesentlichen allgemeinmedizinischen Überlegungen. Bei der Analgosedierung erfolgt die Überwachung der Vitalfunktionen durch den Operateur, bei der Intubationsnarkose ist der Facharzt für Anästhesiologie zugegen. Daraus ergibt sich das in unserer Praxis gepflegte Prinzip, dass Analgosedierungen nur bei Patienten durchgeführt werden, die der sog. "Narkoseklasse I" angehören: Junger, gesunder Patient ohne internistische Risikofaktoren. Als Altersgrenzen sehe ich 12-40 Jahre, wobei ein Ermessensspielraum gegeben ist.

 

Schmerzbehandlung nach der Operation

Trotz der Beachtung der Prinzipien schonender und atraumatischer Chirurgie werden Mittel benötigt, um ggf. postoperativen Schmerzen zu begegnen. Hier gibt es zwei Herangehensweisen:


- Auf Grundlage unserer langjährigen chirurgischen Erfahrung verabreichen wir bereits vorbeugend entzündungshemmende Schmerzmittel in zurückhaltender Dosierung. Dies bewirkt, dass die Entzündungsmechanismen, die zu Schwellung und Schmerzen führen, bereits frühzeitig blockiert werden; somit kann eine beschwerdefreie, unkomplizierte Wundheilung unterstützt werden.
Viele Untersuchungen der letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass die prophylaktische Analgetikaeinnahme den Schmerzmittelbedarf insgesamt herabsetzt und eine schmerzfreiere Wundheilung ermöglicht. Dazu kommt die Verringerung der Schwellung und sonstiger Entzündungszeichen.


- Die klassische Verordnung von Schmerzmitteln "bei Bedarf". Der Patient nimmt erst dann eine Schmerztablette, wenn die Beschwerden ein Ausmaß erreichen, das nicht mehr toleriert werden kann. Dies hat den Vorteil, dass nur das Notwendige eingenommen wird und die Mehrzahl der Patienten überhaupt ohne Schmerzmittel auskommt. Der Nachteil ist allerdings, dass die Dosierung bei bereits bestehenden Schmerzen verhältnismäßig hoch sein muss, um wirksam zu sein. Weiterhin kommt der entzündungshemmende und schwellungsmindernde Effekt bestimmter Schmerzmittel dann bereits zu spät.

 

Interessantes rund um den Schmerz

Die Entstehung, Empfindung und Verarbeitung von Schmerzen ist ein komplexer körperlicher Vorgang und gleichzeitig eine vielschichtige Sinneserfahrung.

Schmerzen sind Sinnesreize, die jeder Mensch unterschiedlich erlebt. Schmerzen sind zwar in erster Linie ein körperliches Phänomen, doch die Schmerzempfindung ist ein Gefühl. Deshalb hängt sie oft auch eng mit seelischen Zuständen zusammen. Diese können ihrerseits als schmerzhaft empfunden werden: So kann eine Enttäuschung "weh tun", ein Verlust ist kaum "zu verschmerzen", Beleidigungen oder "Sticheleien" "verletzen". Schmerzen können ein akutes, vorübergehendes Signal für eine Bedrohung des Körpers sein, sie können sich aber auch von einer Schmerzquelle ablösen. Schmerzen können lange im Gedächtnis bleiben, und sie können chronisch werden. Besonders bei diesem Prozess sind seelische und körperliche Vorgänge kaum voneinander zu trennen.
Zwar sind Schmerzen der häufigste Grund dafür, einen Arzt aufzusuchen. Doch nicht alle Schmerzen sind krankheits- oder verletzungsbedingt, und nicht alle Erkrankungen sind schmerzhaft. Schmerzen bedeuten auch nicht immer Leiden - schließlich kann man leiden, ohne Schmerzen zu verspüren, und es können Schmerzen auftreten, die nicht unmittelbar mit Leiden verknüpft sind, wie zum Beispiel Geburtswehen.


Wie die Schmerzreaktion abläuft.


Der akute Schmerz ist eine Reaktion auf eine Schädigung des Körpergewebes. Er signalisiert, dass der Organismus in Gefahr ist, und veranlasst eine abwehrende oder schützende Gegenreaktion. Die körperlichen Vorgänge, die sich dabei abspielen, sind grundsätzlich immer gleich. Die zum Gehirn gesandten Signale können dort jedoch unterschiedlich verarbeitet, deshalb sehr verschieden wahrgenommen und umgesetzt werden. .
An der Schmerzreaktion sind besondere Nervenfasern, das zentrale Nervensystem und verschiedene körpereigene Botenstoffe beteiligt. Die gesamte komplexe Schmerzreaktion vollzieht sich im Bruchteil einer Sekunde. Vereinfacht spielt sich im Körper dabei Folgendes ab: Ein für den Körper bedrohlicher oder bereits schädigender Reiz wird von speziellen Schmerzrezeptoren - Nervenenden, die in der Haut, den Muskeln, den Blutgefäßen und den inneren Organen sitzen - aufgefangen. Überschreitet die Reizstärke eine bestimmte Schwelle, werden die Schmerzrezeptoren aktiv und leiten den Reiz über die zugehörigen Nervenfasern über das Rückenmark bis in das Gehirn. Ein Schmerzreiz kann auch dazu führen, dass sich die Muskulatur unwillkürlich anspannt (motorischer Reflex) - zum Beispiel um das betroffene Körperteil schnell von der Gefahrenquelle zurückzuziehen.


Wie das Gehirn den Reiz verarbeitet.


Erst das Gehirn sorgt dafür, dass der Schmerz als solcher empfunden wird. Diese Bewertung und auch die Entscheidung über weitere Reaktionen auf den Schmerzreiz geschehen in verschiedenen Hirnregionen. So verknüpft die Großhirnrinde die Reizinformationen mit dem Gedächtnis, vergleicht sie mit früheren schmerzhaften Erfahrungen und bestimmt so, wie der Schmerz interpretiert wird. Wird der Reiz als unangenehm bewertet, setzt das Zwischenhirn die Reaktion des vegetativen Nervensystems in Gang: Unwillkürlich erhöht sich der Puls, der Atem wird heftiger, die Muskeln spannen sich an, Schweiß bricht aus. Schmerzsignale wirken auch auf die Hormonproduktion und auf die Bereiche des Gehirns, die für die Gefühle zuständig sind. .
Das Gehirn beurteilt also den Schmerz, gleichzeitig kontrolliert es ihn auch. Dazu verfügt es über verschiedene Mechanismen der Schmerzhemmung, bei der Botenstoffe wie die Endorphine eine entscheidende Rolle spielen. Diese körpereigenen Substanzen ähneln dem stark schmerzlindernden Wirkstoff Morphin. Sie dämpfen die Empfindlichkeit der Schmerzbahnen und sorgen dafür, dass die Schmerzreaktion dem auslösenden Reiz angepasst wird. .
Ihre Gegenspieler sind zum Beispiel die Prostaglandine, die die Reaktionsbereitschaft der Schmerzleitungen verstärken. Werden zu wenig Endorphine ausgeschüttet oder durch vermehrte Produktion von Prostaglandinen behindert, kommt es zu einer Überreaktion, und die Schmerzempfindlichkeit erhöht sich. .
Schmerz und Angst.


Ein Schmerzreiz von objektiv gleicher Stärke kann sehr unterschiedlich wahrgenommen werden - von Mensch zu Mensch, aber auch je nach Situation, Tageszeit und psychischer Verfassung. Manche Menschen sind anlagebedingt schmerzempfindlicher als andere. Außerdem entwickelt jeder Mensch im Laufe seines Lebens aufgrund seiner Erfahrungen mit schmerzhaften Erkrankungen oder Verletzungen eine persönliche Schmerztoleranz. .
Besonders stark wird das Schmerzempfinden von Angstgefühlen beeinflusst. Dies hat seinen biologischen Sinn: Schmerz und Angst sind in Gefahrensituationen gekoppelt, um eine schnelle Abwehr- und Fluchtreaktion auszulösen. Starke Angst kann den Schmerzreiz unterdrücken. Angst im Sinne von Stress durch Sorgen und Befürchtungen kann die Wahrnehmung eines Schmerzreizes jedoch deutlich verstärken, was dem Betroffenen dann mehr schadet als nützt. Schmerzverstärkend wirkt auch die Angst vor dem Schmerz: Wer die Wiederkehr einer Schmerzattacke ängstlich erwartet, wird sich schon beim kleinsten Anzeichen verkrampfen und dem Schmerz freie Bahn schaffen.


Die Gate-control-theory Warum Schmerzen unterschiedlich wahrgenommen werden, erklärt auf anschauliche Weise die "gate-control-theory" (Tor-Kontroll-Theorie). Sie wurde 1965 von dem Neurophysiologen Wall und dem Psychologen Melzack entwickelt. Nach dieser Theorie muss der Schmerzreiz auf seinem Weg in das Gehirn zahlreiche "Tore" überwinden. Wie weit sie für den Schmerzreiz geöffnet sind, hängt davon ab, ob zur selben Zeit noch andere Reize und Empfindungen das Gehirn erreichen wollen. Ist zum Beispiel etwas Aufregendes geschehen, das das Gehirn zu großen Teilen beschäftigt, schließt sich das Tor für den Schmerzreiz und er bleibt für eine Weile außen vor. Stört dagegen kein anderer starker Eindruck den Schmerz, öffnen sich die Tore, und er kann ungehindert zum Gehirn vordringen. Nach der Gate-control-theory konkurrieren also Reize miteinander darum, vom Gehirn wahrgenommen zu werden: Je stärker der Reiz, desto größer ist die Chance, dass er in das Bewusstsein vordringt.


Wie ein "Schmerzgedächtnis" entsteht
Starke Schmerzen können lange im Gedächtnis bleiben. Neben der bewussten Erinnerung zum Beispiel an eine schmerzhafte Verletzung können länger andauernde Schmerzen auch Spuren in den Nervenbahnen, im Gehirn und Rückenmark hinterlassen. Dadurch kann sich der normale Ablauf des Reiz-Reaktions-Systems verändern, das Schmerzsignale ins Gehirn überträgt.

Anhaltende Schmerzen können zum Beispiel dazu führen, dass die schmerzleitenden Nervenzellen empfindlicher werden und schon auf relativ schwache Signale reagieren. In diesem Fall erreicht das Gehirn die Meldung "Schmerz" und veranlasst eine Schmerzreaktion, obwohl der Reiz an sich harmlos war. Die körpereigenen schmerzhemmenden Systeme reagieren nicht mehr angemessen. Im Extremfall kann schon eine ganz normale Belastung zum Beispiel der Muskeln eine Schmerzempfindung auslösen und zu einer Muskelverspannung führen. .
Forscher haben herausgefunden, dass wiederholte Schmerzreize die Übertragung von Impulsen zwischen Nervenzellen ähnlich verändern können, wie dies beim Lernen und bei der Gedächtnisbildung im Gehirn geschieht. Wie beim Üben einer Aufgabe oder eines Bewegungsablaufs wird ein Reiz (die Übung) wiederholt, was mit der Zeit zu einer schnellen und genauen Reizantwort führt (dem Übungsziel). .
Damit ein solches "Schmerzgedächtnis" gar nicht erst entsteht und um die Gefahr einer Chronifizierung zu bannen, ist es wichtig, länger andauernde Schmerzen rechtzeitig durch eine angemessene medikamentöse Behandlung zu verhindern. .
Der chronische Schmerz.
Akute Schmerzen sind zeitlich begrenzt. Sie haben eine lebenswichtige Warnfunktion, weisen auf eine Schädigung hin und zwingen den Körper, den Schaden zu begrenzen beziehungsweise sich vor weiterer Gefahr zu schützen. Wird die ursächliche Verletzung, Entzündung oder Nervenreizung erfolgreich behandelt, verschwindet auch der Schmerz, denn er hat seine Aufgabe erfüllt.

Wenn Schmerzen lange andauern und nicht ausreichend behandelt werden, besteht die Gefahr einer Chronifizierung. Aus einem lokal begrenzten Schmerz wird dann mit der Zeit ein diffuser Dauerschmerz, der sich auf andere Bereiche des Körpers verlagern oder ausweiten kann. Die Stärke und Qualität chronischer Schmerzen ist sehr veränderlich: Sie können zeitweise ganz verschwinden, sich schwach und dumpf im Hintergrund bemerkbar machen oder die Betroffenen mit heftigen Attacken quälen. Da sie sich von der Ursache abgelöst haben, sprechen chronische Schmerzen auf die übliche symptomatische Behandlung nicht gut an. .
Vom Schutz zum Schaden.
Der chronische Schmerz schützt den Körper nicht mehr, sondern schadet ihm. Wie eine defekte Alarmanlage meldet er keine wirkliche Gefahr, sondern geht im Wortsinn nur noch auf die Nerven. Chronische Schmerzen zermürben die Betroffenen körperlich und seelisch; sie beherrschen oft ihr gesamtes Denken und Empfinden. Weil die Schmerzen alltägliche körperliche und soziale Aktivitäten einschränken, verschlechtern sie die Lebensqualität erheblich und können zu Problemen in Beruf und Privatleben führen. .
Im Allgemeinen werden Schmerzen als chronisch angesehen, wenn sie länger als drei Monate anhalten. Die Chronifizierung akuter Schmerzen tritt jedoch individuell sehr unterschiedlich schnell oder langsam ein. Der Übergang vom akuten zum chronischen Schmerz ist häufig fließend. Nicht alle länger anhaltenden Schmerzen werden jedoch tatsächlich chronisch. Ob es dazu kommt, hängt in erster Linie davon ab, wie ein Patient mit seinen Beschwerden umgeht. Dabei spielen die körperliche Konstitution, die psychische Verfassung und die Lebensumstände eine wichtige Rolle.

 

Perioperatives Schmerzmanagement

Schema I:
Ca. Eine halbe Stunde präoperativ 400mg Ibuprofen Am Abend des OP-Tages nochmals die gleich Dosis Am ersten postoperaten Tag 2x1 400 mg Ibuprofen
Bei Vorliegen gastrointestinaler Störungen wird auf COX2-Hemmer zurückgegriffen, vorausgesetzt der Patient ist cardio-vaskulär gesund. Ansonsten wird dann Paracetamol + Codein verwendet.

Schema II:
Ca. eine halbe Stunde präoperativ 8mg Methylprednisolon p.o. und 600mg Clindamycin. Mittags und abends jeweils 400mg Ibuprofen und 300mg Clindamycin. Am ersten postoperativen Tag 4x1 Clindamycin 300 und 2x1 Ibuprofen 400. Folgetage nach Bedarf und Befund.

Schema III:
Anwendung bei intravenöser Analgosedierung Ca. eine halbe Stunde präoperativ Methylprednisolon 32mg, Clindamycin 600mg p.infusionem. 5 Minuten präoperativ Dormicum 4mg und Fentanyl 1ml i.v. Mittags und abends jeweils 400mg Ibuprofen und 300mg Clindamycin. Am ersten postoperativen Tag 4x1 Clindamycin 300 und 2x1 Ibuprofen 400. Folgetage nach Bedarf und Befund. t
Zur Reduktion der postoperativen Schwellung besonders bei Patienten mit beidseitiger Entfernung unter Weisheitszähne wird dem Patienten die Gabe von Methylprednisolon 1,5 mg/kg Körpergewicht intravenös angeboten. Auf die präoperative Gabe von Ibuprofen wird dann verzichtet.

 

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