Die schonende und minimalinvasive Chirurgie
Kieferchirurgie

Stuttgart-Mitte  0711 2264971
Dr. Dott. Thomas Mayer
Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie

Schonende und minimalinvasive Chirurgie, was ist das?

Radikal-chirurisches Vorgehen wird in der Chirurgie mehr und mehr durch ein zurückhaltend-gewebeschonendes Vorgehen ersetzt. Dies wird vor allem von den erfahrenen Chirurgen aufgegriffen, die die breite Eröffnung der OP-Gebiete zum Zwecke der Übersicht und Orientierung nicht mehr benötigen und die einen Blick für das wirklich Notwendige entwickelt haben. Zum anderen wird immer wieder wissenschaftlich nachgewiesen, wie sehr die Minimierung der Gewebemanipulation sowohl die kurzfristige Wundheilung als auch die langfristige Prognose chirurgischer Therapien positiv beeinflusst. Wir haben daher die minimalistischen und minimalinvasiven Prinzipien schonender und atraumatischer Chirurgie zur wichtigsten FederPraxisphilosophie gemacht.


Prinzipien schonender und atraumatischer Chirurgie

Die chirurgische Technik bewegt sich stets im Widerstreit der Forderung nach guter Übersicht über das OP-Gebiet einerseits und der Forderung nach geringstmöglicher Eröffnung des Gewebes andererseits.
Zunächst ermöglicht die Entwicklung immer neuer Operationstechniken (z.B. minimalinvasive Chirurgie) und neuen Instrumentariums (z.B. Endoskopie) den Verzicht auf allzu großräumige Eröffnung des Gewebes.
Weiterhin gestattet die mit den Jahren der Erfahrung und chirurgischen Routine zunehmende Geschicklichkeit und Urteilsfähigkeit des Behandlers, dass dieser mit kleinsten Eröffnungen und minimaler Beeinträchtigung umliegenden Gewebes das Operationsziel erreichen kann.

Die Kombination aus Erfahrung und Anwendung neuester Techniken erlaubt es uns, von "schonender und atraumatischer Chirurgie" zu sprechen.

Verzicht auf Ablösung des Periostes

Es ist bekannt, dass die Ablösung des Periostes mit anschließender Wiederbefestigung einen Knochenschwund von bis zu 1,7 mm bewirken kann. Dies ist leicht verständlich, da die obere Knochenschicht über das Periost mit Blut versorgt wird. Wird es abgelöst, reißt die Versorgung ab.
Die postoperative Revaskularisation nimmt einige Tage in Anspruch, was die Knochenzellen nicht überleben. Die auf diese Weise abgestorbene Knochenschicht wird zum Teil revitalisiert und zum Teil resorbiert.
Verstärkt wird dieser Effekt, wenn auch spongiosaseitig eine Traumatisierung stattfindet, z.B. durch die Präparation eines Implantatbettes oder eine operative Zahnentfernung.

Im Gegensatz zu vielen Veröffentlichungen und Lehrbüchern kann das Periost bei einer Mehrzahl der Eingriffe weitgehend auf dem Knochen belassen werden. Die Sichtung der Knochentopographie ist oft gar nicht erforderlich, oft kann sie durch Sondierung ermittelt werden.

Besonders profitieren hier Eingriffe in der Implantologie aber auch operative Zahnentfernungen, Parodontoseoperationen und Wurzelspitzenresektionen.

Minimierung von Osteotomien

Jüngere Untersuchungen haben nochmals bestätigt, dass die Größe des knöchernen Zugangsfensters in der periapikalen Chirurgie (WSR) die Prognose entscheidend beeinflusst. Die Größe des ursprünglichen Entzündungsherdes und der durch Excochleation entstandenen Knochenhöhle ist von untergeordneter Bedeutung für die Langzeitprognose. Die Zielvorgaben im Sinne atraumatischer (d.h. schonender) Chirurgie beinhalten, dass folgende Regeln, die ich für meine Praxis aufgestellt habe, eingehalten werden:
· kleiner Schnitt knapp außerhalb des geplanten Knochenfensters.
· Ablösen des Periostes nur soweit es für das Knochenfenster erforderlich ist.
· minimale Trepanation der Knochenkompakta in dem Umfang, der für die Präparation einer sauberen, leicht konvexen Resektionsfläche erforderlich ist. Die Entfernung der Zyste oder des Granulomes wird dann unterminierend vorgenommen.
· bei mehrwurzeligen Zähnen gelingt es oft, jede Wurzelspitze über ein separates Fenster zu erreichen. Ist das Anlegen eines großen Zuganges unumgänglich, kann dieser oft mittels Knochendeckel verschlossen werden.
Um sowohl eine günstige Langzeitprognose als auch einen beschwerdearmen postoperativen Verlauf zu erreichen. Auch bei der operativen Entfernung verlagerter Zähne oder Zahnkeime ist es möglich, das Ausmaß von Knochenfenster und Osteotomie zu minimieren: zertrennt man den Zahn mehrfach, so lassen sich die einzelnen Fragmente über ein sehr kleines Zugangsfenster entfernen. Daraus resultieren ein geringerer Knochendefekt, geringere Periostablösung und zurückhaltende Schnittführung mit Schonung des marginalen Parodontes der Nachbarzähne. Das Ergebnis ist eine beschleunigte Wundheilung, weniger postoperative Schmerzen und Schwellung.

Kleine Schnitte

Beachtet man die beiden obigen Abschnitte zu den zurückhaltenden Osteotomien und Unversehrtheit des Periostes, so folgt darauf fast von selbst, dass auch die Schnittführungen zurückhaltender sein werden. Das wiederum verringert Aufwand und Dauer der Wundheilung.

 

Auswahl von Material und Instrumentarium

Es gibt viele Möglichkeiten, durch Auswahl besonderer Instrumente, die speziell geformt und höherwertiger sind als das Standardinstrumentarium, die Eingriffe schonender zu gestalten. Als Beispiele hierfür seien die Benutzung der Gefäßpinzette statt der chirurgischen Pinzette oder die Verwendung atraumatischen Nahtmaterials genannt.

Qualität der Assistenz

Die Assistenz bei chirurgischen Eingriffen ist der anspruchvollste Arbeitsbereich im Fachgebiet der Zahnarzthelferin. Es ist wichtig, diese Tatsache der Helferin bewusst zu machen, da das allgemeine Selbstverständnis der Helferinnen fälschlicherweise eher die Arbeitsbereiche Buchhaltung, Qualitätsmanagement, Praxismanagement als höherwertig betrachtet. In keinem anderen Tätigkeitsfeld trägt die Helferin so unmittelbar Verantwortung für die Gesundheit des Patienten. Dessen körperliche Unversehrtheit, der Erfolg der Operation und die Komplikationsfreiheit der Wundheilung liegen wesentlich auch in ihren Händen. Der Helferin muss bewusst werden, dass Assistenz bei chirurgischen Eingriffen nicht nur aus Hakenhalten und Absaugen besteht, sondern hier geht es um die Umsetzung fundierten Wissens über Anatomie, chirurgische Vorgehensweisen, über die Verletzlichkeit verschiedener Gewebe, über die Zwischenziele der chirurgischen Arbeitsschritte, vorausschauendes Erkennen der Absichten des Chirurgen bei jeder Handbewegung. Sie muss sich bewusst sein, dass jede Berührung des eröffneten Gewebes eine Traumatisierung darstellt, die in erhöhtem postoperativem Schmerz, verlängerter Wundheilung und erhöhter Infektionsanfälligkeit resultieren kann. Sie muss also vor jeder Berührung und Manipulation der Wunde wissen, ob und wofür die Manipulation nötig ist.
Eine fundierte Kenntnis der Operationsschritte und großes Einfühlungsvermögen in die Wünsche und Eigenheiten des Chirurgen sind dafür unerlässlich. Weitere Voraussetzungen sind ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, die Bereitschaft und Fähigkeit zu anstrengender körperlicher Arbeit
Jede Helferin durchläuft daher bei uns ein spezielles Ausbildungsprogramm in der Assistenz bei chirurgischen Eingriffen.

Hygiene

Will man in der Chirurgie komplikationsfreie Behandlungsabläufe realisieren, kommt der Hygiene eine wichtige Bedeutung zu.
Hygiene ist die Wissenschaft, die sich mit der Frage befasst, wie eine Infektion des Patienten während der Behandlung vermieden werden kann. Diese Wissenschaft stellt eine Vielzahl von Regeln bereit, deren konsequente Beachtung über den gesamten Tagesablauf sicherstellt, dass keine Krankheitserreger von Händen, Gegenständen, Instrumenten oder aus der Luft in die Wunde des Patienten gelangen können.

Die Spezialisierung meiner Praxis auf die Chirurgie lässt es zu, den gesamten Tagesablauf auf die operative Tätigkeit auszurichten und dementsprechend die Hygieneabläufe zu optimieren.

Medikamentöse Prophylaxe

Schmerzen im postoperativen Verlauf sind die Folge von Entzündungen. Diese können entweder durch Mikroorganismen verursacht werden oder direkte Folge des Gewebetraumas auch ohne Infektion sein.

Die Infektionsprophylaxe besteht in der Anwendung strenger Hygienerichtlinien (s.o.).

Eine generelle medikamentöse Prophylaxe empfiehlt sich nicht, sie beschränkt sich auf Fälle, in denen eine erhöhte Infektionsgefahr besteht.

Die Prophylaxe von sterilen Entzündungen als Folge des Gewebetraumas besteht zunächst in der Befolgung der Prinzipien schonender und atraumatischer Chirurgie.
Die medikamentöse Prophylaxe besteht in der Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten bereits kurz vor der Operation. Dies empfehle ich, da sich auf diese Weise der postoperative Schmerz und die Schwellung minimieren. (Siehe auch Kapitel "Analgesie")

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